Kommentar von außen
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Künstliche Intelligenz in der Medizin: Chancen nutzen, Menschlichkeit schützen

Künstliche Intelligenz ist längst Teil unserer Gegenwart und schon heute verändert sie die Medizin – von administrativer Entlastung über Diagnostik und Therapieplanung bis hin zur personalisierten Versorgung. Das Potenzial ist enorm: KI kann Forschung beschleunigen, neue Medikamente entwickeln helfen und Ärztinnen und Ärzte im Alltag entlasten. So bleibt mehr Zeit für das, was unersetzbar ist – das persönliche Gespräch mit den Patientinnen und Patienten.

Eva Maria Holzleitner

Künstliche Intelligenz ist längst Teil unserer Gegenwart und schon heute verändert sie die Medizin – von administrativer Entlastung über Diagnostik und Therapieplanung bis hin zur personalisierten Versorgung. Das Potenzial ist enorm: KI kann Forschung beschleunigen, neue Medikamente entwickeln helfen und Ärztinnen und Ärzte im Alltag entlasten. So bleibt mehr Zeit für das, was unersetzbar ist – das persönliche Gespräch mit den Patientinnen und Patienten.

Gleichzeitig ist klar: Wir stehen noch am Anfang. Es gibt noch keine einheitlichen Standards, die Einsatzmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich. Während manche KI-Anwendungen heute vor allem genutzt werden, um Verwaltungstätigkeiten zu vereinfachen oder eine E-Mail schneller zu verfassen, gehen andere Systeme schon viel weiter und unterstützen in der Therapieplanung oder bei klinischen Entscheidungen. Diese Bandbreite zeigt: Wir brauchen klare Leitplanken und ein gemeinsames Verständnis, wie und wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann.

Denn Technologie darf niemals Selbstzweck sein. Das heißt: höchste ethische Standards, Transparenz, Datenschutz und Patientensicherheit. Ebenso wichtig ist es, soziale Ungleichheiten nicht zu reproduzieren. Algorithmen können nur so fair sein wie die Daten, mit denen sie trainiert werden. Für mich als Frauen- und Wissenschaftsministerin ist zentral, dass KI fair und diskriminierungsfrei gestaltet wird. Künstliche Intelligenz in der Medizin muss den Menschen dienen und zugutekommen.

Mehr Zeit für das Wesentliche 

In der medizinischen Praxis zeigt sich das Potenzial besonders deutlich. KI kann Ärztinnen und Ärzte entlasten, indem sie Routinetätigkeiten übernimmt. Das schafft mehr Zeit für das Wesentliche: das persönliche Gespräch mit den Patientinnen und Patienten. Auch Forschung und Ausbildung profitieren von KI-gestützten Analysen, die neue Therapien beschleunigen und Erkenntnisse breiter zugänglich machen. Voraussetzung ist jedoch eine solide Aus- und Weiterbildung, damit Fachkräfte die Systeme kompetent nutzen und kritisch hinterfragen können.

Besonders sichtbar wird die Bedeutung im Bereich Prävention und Früherkennung. Der Oktober steht im Zeichen des Brustkrebsmonats. Die Pink-Ribbon-Initiative erinnert uns jedes Jahr daran, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen und Forschung sind. KI kann hier einen entscheidenden Unterschied machen, etwa bei der verbesserten Darstellung und Auswertung von Bildern in der Mammografie, wozu es bereits erste Studien gibt. So eröffnen sich Chancen, Erkrankungen früher zu erkennen, Behandlungen individueller abzustimmen und Heilungschancen deutlich zu erhöhen.

Österreich hat beste Voraussetzungen, um bei der Verbindung von Spitzenforschung, Ethik und Praxis Maßstäbe zu setzen. Wir verfügen über exzellente Universitäten, Forschungszentren und Initiativen wie das AITHYRA-Institut, die international Beachtung finden. Entscheidend wird sein, Forschung, Praxis und Ethik enger denn je zu verzahnen – mit gezielten Investitionen, kluger Regulierung und einem offenen Dialog zwischen Politik, Wissenschaft, Medizin und Gesellschaft.

Wenn wir diesen Weg verantwortungsvoll gestalten, kann KI dazu beitragen, eine menschlichere, gerechtere und innovativere Medizin zu schaffen. Diese Zukunft beginnt nicht erst morgen, sie entsteht schon heute. Sie zu formen liegt in unserer Verantwortung – im Interesse aller Menschen in Österreich.

Die Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner blickt in die Kamera, im Hintergrund sieht man die Österreichische Fahne, sowie einen kleinen Teil der EU-Flagge
"Wir brauchen klare Leitplanken und ein gemeinsames Verständnis, wie und wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann."
Foto: BKA/Andy Wenzel
 
© medinlive | 13.02.2026 | Link: https://s2.medinlive.at/medizin/kuenstliche-intelligenz-der-medizin-chancen-nutzen-menschlichkeit-schuetzen