Nachdenken, umdenken, vordenken
Mit geballter Expertise war die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien beim Praevenire Denkertag in Reichenau an der Rax vertreten. Schwerpunktthemen bei diesem Workshop mit Stakeholdern und Interessenvertretern aus dem gesamten Gesundheitssektor waren unter anderem die Finanzierung des Gesundheitswesens, die Optimierung der Gesundheitsversorgung und der Dauerbrenner Digitalisierung.
Präsident Johannes Steinhart betonte zur Finanzierung des Gesundheitssystems: „Das österreichische Kassensystem ist chronisch unterfinanziert. Wir bekennen uns zur solidarischen Krankenversicherung und unterstützen Vorschläge, die Finanzierungsbasis der Krankenversicherung zu verbreitern. Ausgangspunkt für nachhaltige Lösungen im Bereich der ÖGK ist jedenfalls ein Kassasturz.“
Prävention im Fokus
Paul Schönfeld, 1. Stellvertretender Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte, forderte im Sinne eines solidarischen Gesundheitssystems, die Prävention stärker in den Fokus zu rücken: „Als Arzt möchte ich zu den Menschen kommen, bevor sie zu Patientinnen und Patienten werden.“ In multiprofessionellen Facharztzentren sieht er ein wichtiges Instrument mit dem Ziel, die Patienten-Journey zu verbessern und zu beschleunigen, denn diese würden kürzere Wege, zielgerichtete Kommunikation und schnelle Reaktionszeiten ermöglichen.
Digitalisierung für mehr Entlastung
Die Chancen der Digitalisierung unterstrich Benjamin Glaser, Präsidialreferent und Finanzreferent der Kurie angestellte Ärzte: „Digitalisierung kann einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung im Gesundheitssystem leisten. Im Vergleich zu anderen Branchen haben wir bei der Umsetzung allerdings noch viel Luft nach oben.“
Verbessertes Nahtstellenmanagement
Auch Karin Hawlisch-Höfferl, Co-Referentin Gruppenpraxen und Ärztezentren, sieht in der Digitalisierung eine große Unterstützung – insbesondere bei der Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen oder chronischen Erkrankungen wie Diabetes (zum Beispiel Diabetes-Pass) sowie zur Vermeidung von Doppeluntersuchungen. Außerdem brauche es vor allem ein verbessertes Nahtstellenmanagement zwischen Spital und niedergelassenem Bereich, um die Patientenversorgung erfolgreich in Richtung „Best Point of Care“ weiterzuentwickeln.
