Von David Hell
Guatemala, das bevölkerungsreichste Land Zentralamerikas, leidet unter einem massiven Mangel an augenmedizinischer Versorgung. Besonders betroffen ist die westliche Hochebene, die auf 2.500 bis 3.000 Metern Seehöhe liegt. Rund 800.000 Menschen – überwiegend indigene Maya – leben dort ohne ausreichenden Zugang zu Augenärztinnen und Augenärzten. Mit Unterstützung der österreichischen Entwicklungsorganisation ICEP und der lokalen Partnerorganisation FUNDAP rief die Augenärztin Montserrat Masats das Projekt ins Leben.
Montserrat Masats wurde in Barcelona geboren, studierte Medizin in Wien und war viele Jahre Oberärztin für Augenheilkunde am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Nach ihrer Pensionierung eröffnete sie eine Wahlarztordination in Wien – und startete nahezu gleichzeitig ihr Herzensprojekt in Guatemala. „Die ärztliche Berufung kennt keinen Ruhestand – schon gar nicht, wenn sie mit einem guten Zweck verbunden ist“, sagt sie.
Verdoppelung des OP-Teams
Im Februar 2025 war sie mit ihrem Augenarzt-Team – Konstantin Seiller-Tarbuk, Frank Storch und der diplomierten OP-Pflegerin Andrea Jandrisits – bereits zum dritten Mal in Guatemala im Einsatz, um Augenuntersuchungen und -operationen vorzunehmen. Unterstützt wurden sie von den lokalen Ärztinnen und Ärzten Carolina Dortignacq, Andrea Mendoza und Juan Carlos Pellecer. Die Dankbarkeit und Freude der Menschen vor Ort sind riesig.
„Von 2. bis 20. Februar 2026 findet bereits der vierte Hilfseinsatz statt. Geplant sind rund 700 Augenuntersuchungen in den Regionen Mazatenango und Quetzaltenango sowie 165 Operationen bei Grauem Star und Flügelfell“, sagt Masats. Im Vergleich zu den bisherigen Operationen ist das ein Quantensprung; bislang wurden nämlich insgesamt 130 Operationen durchgeführt. Möglich wird die erhöhte Schlagzahl durch eine deutliche Verstärkung des OP-Teams. Zusätzlich wird lokales medizinisches Personal weitergebildet, erstmals arbeiten auch junge Augenärztinnen und Augenärzte aus Österreich und Guatemala mit. Heuer werden Konstantin Seiller-Tarbuk, Frank Storch, Iván Rodriguez, Tobias Storch, Christina Brunbauer, Florian Logar und Andrea Jandrisitis im Team von Masats sein.
Mehr als nur eine Behandlung
Besonders häufig treten in den Hochlagen Grauer Star und das sogenannte Flügelfell auf – eine Gewebewucherung der Bindehaut durch starke UV-Strahlung. Ohne Behandlung droht irreversible Erblindung. Dabei wäre eine Operation medizinisch unkompliziert – für viele jedoch unerschwinglich. Ein Augenarztbesuch kostet rund 150 Euro, eine Grauer-Star-Operation bis zu 2.000 Euro. Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei etwa 400 Euro. Das Projekt wird durch Spenden, ehrenamtliche Arbeit sowie Partnerfirmen wie Hoya Surgical Optics, Bausch + Lomb und Oertli ermöglicht. Der Erfolg spricht sich rasch um – die Nachfrage wächst von Einsatz zu Einsatz. Für viele Patientinnen und Patienten bedeuten die Operationen mehr als besseres Sehen: Sie können wieder arbeiten, ihre Familien versorgen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Projekt „Augen auf – Guatemala“
Gegründet 2022 von Montserrat Masats. Bislang wurden 1.224 Menschen untersucht und 130 Operationen vorgenommen. Heuer wird das OP-Team verdoppelt, wodurch sich die Zahl der OPs vervielfacht.
Spendenkonto:
IBAN: AT72 2011 1282 5225 3206
BIC: GIBAATWWXXX
Kontoinhaber: ICEP – Verein für globale Entwicklung
Spenden sind steuerlich absetzbar. Weitere Informationen: icep.at/augenauf