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Aktionstag Gesundheit

Gesund bleiben

Der „Aktionstag Gesundheit“ der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien war ein voller Erfolg. Die Aktion rückte das Thema Gesundheitsvorsorge im Zentrum der Stadt eindrucksvoll in das Bewusstsein der Wienerinnen und Wiener. Gesundheitsministerin und Bürgermeister wollen den Fokus stärker auf Prävention richten.

Stefan Eckerieder Eva Kaiserseder Katharina Hemmelmair
Zu sehen sind in einem begehbaren Darmmodell folgende Personen: Wien-Bürgermeister Michael Ludwig, Eduardo Maldonado-González, Naghme Kamaleyan-Schmied, Korinna Schumann und Präsident Johannes Steinhart (von links nach rechts)
Bürgermeister Michael Ludwig, Bundesministerin Korinna Schumann und Präsident Johannes Steinhart (v.l.n.r.).
Foto: Stefan Seelig
„Mit dem Ausbau der Vorsorge können wir unser Gesundheitssystem langfristig entlasten, die Lebensqualität der Menschen verbessern und zudem Leben retten.“

Mit dem „Aktionstag Gesundheit“ sorgte die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien in der Wiener Innenstadt für Aufsehen. Am 2. Juni 2025 verwandelte ein 22 Meter langes, begehbares Darmmodell der Felix Burda Stiftung den Platz „Am Hof “ in eine Gesundheitsmeile. Ergänzt wurde es durch ein Präventionszelt mit kostenlosen ärztlichen Beratungen sowie Blutdruck- und Blutzuckerschnelltests, dem Ärztefunkdienst und einen Med4School-Stand, ein Projekt, das Kindern das Gesundheitssystem näherbringt. Mit der Aktion rückte die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien die Gesundheitsvorsorge in den Fokus der Öffentlichkeit und schärfte das Bewusstsein für dieses wichtige Thema.

Ärztinnen und Ärzte leisten wichtigen Beitrag
Johannes Steinhart, Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, Gesundheitsministerin Korinna Schumann und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig betonten in ihren Eröffnungsreden die zentrale Bedeutung von Prävention für die Absicherung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung. „Unser Gesundheitssystem, um das uns viele Länder beneiden, bietet allen Menschen in Österreich Zugang zu medizinischer Versorgung. Dieses solidarische System zu sichern und weiterzuentwickeln, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und es ist auch unsere gemeinsame Verantwortung, vorzubeugen, bevor es überhaupt zu einer Erkrankung kommt“, verdeutlichte Steinhart. Er hob die Notwendigkeit zielgerichteter Investitionen in Prävention und die umfassende Förderung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung hervor. Diese müsse bereits im Volksschulalter beginnen – verwies Steinhart auf das Ärztekammer-Projekt Med4School, das Vorsorge und Gesundheitsbildung in die Schulklassen bringt.

Ein Foto vom Ärztekammer-Team beim Aktionstag Gesundheit vor dem Eingang - auf dem Foto sind zu sehen - von links nach rechts zehn Personen: Johannes Kastner, Ernest Zulus, Hamid Schirasi-Fard, Benjamin Glaser, Katayoun Tonninger-Bahadori, Paul Schönfeld, Präsident Johannes Steinhart, Vizepräsidentin Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsident Eduardo Maldonado-González und Philipp Ubl.

Im Einsatz für die Vorsorge – das Team der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. Foto: Stefan Seelig

„Mit dem Ausbau der Vorsorge können wir unser Gesundheitssystem langfristig entlasten, die Lebensqualität der Menschen verbessern und zudem Leben retten – denn viele schwere Erkrankungen sind durch Früherkennung vermeidbar“, so der Kammerpräsident. Mit dem „Aktionstag Gesundheit“ bringe man das Thema in das Bewusstsein der Wiener Bevölkerung. „Indem wir die Bevölkerung für die Vorsorge gewinnen, ermöglichen wir den Menschen mehr gesunde Lebensjahre. Die Wiener Ärztinnen und Ärzte leisten hier jeden Tag ihren Beitrag“, betonte Steinhart. Er begrüßte die kürzlich angekündigte Initiative des Bürgermeisters, Wien zur Präventionshauptstadt machen zu wollen. Zudem zeigte er sich erfreut, dass die Bundesregierung es sich trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten zum Ziel gesetzt hat, den gleichberechtigten Zugang zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung weiterhin zu gewährleisten.

Regierung will im Kindergarten ansetzen
Die Gesundheitsministerin verwies darauf, dass ein starkes solidarisches öffentliches Gesundheitssystem das Fundament der Prävention darstellt. „Österreich verfügt über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Doch manches ist aus dem Gleichgewicht geraten – das gilt es, jetzt gezielt zu korrigieren“, erklärte Schumann, die ankündigte, trotz begrenzter finanzieller Mittel einen starken Fokus auf das Thema Vorsorge zu legen. „Deshalb finde ich den Aktionstag der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien großartig, weil er den Menschen ermöglicht, ganz niederschwellig Beratung in Anspruch zu nehmen und sich über die eigene Gesundheit zu informieren“, so Schumann. Auch die neue Bundesregierung wolle bei der Gesundheitsprävention künftig bereits bei den Jüngsten ansetzen. „Wir werden einen Schwerpunkt in der Prävention setzen. Das beginnt schon im Kindergarten, geht weiter in der Schule und natürlich auch mit den Vorsorgeuntersuchungen“, versprach Schumann.

Kammer und Politik arbeiten zusammen
Auf die Zusammenarbeit zwischen Politik und Kammer bei der Absicherung und Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Wien verwies auch Bürgermeister Michael Ludwig. „Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien gemeinsam mit der Stadt Wien umsetzt – zum Beispiel den Ärztefunkdienst 141, bei dem durch gute Zusammenarbeit für die Bevölkerung hervorragende Arbeit geleistet wird. Und das wollen wir auch bei der Vorsorge so fortführen“, sagte Ludwig, der außerdem auf die Investitionen in die Spitäler und zentralen Gesundheitseinrichtungen durch die Stadtregierung hinwies. Beeindruckt zeigte er sich vom begehbaren Darmmodell. „Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Auch deshalb ist Vorsorge wesentlich. Dieser Gang durch den Darm lädt dazu ein, sich mit dem Thema zu beschäftigen“, freute sich Ludwig.

Bewusstsein stärken
Ziel des „Aktionstags Gesundheit“ war es, Bewusstsein für die Bedeutung der Vorsorge zu schaffen und die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung auszubauen. Hunderte nutzten die Möglichkeit der Gratis-Schnelltests im Herzen Wiens. Dass es in Österreich noch Aufholbedarf beim Thema Vorsorge gibt, zeigen die Zahlen zum Darmkrebs, der die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen und Männern in Österreich darstellt. Zugleich lässt sich kaum eine andere Krebsart durch konsequente Früherkennung so effektiv verhindern. 

Med4School: Spielerisch lernen

Was sind eigentlich die wichtigsten Vitamine, die der Körper braucht? Dieses kleine grüne Plastikkärtchen, kennt das jemand und was macht man damit? Und: Geht ihr eigentlich gern zum Arzt? Solcherlei Fragen bekam die 4c der Volksschule Salvator-Kaisermühlen im Rahmen des „Aktionstages Gesundheit“ gestellt. Med4School heißt das Projekt der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. Damit soll schon bei den Allerjüngsten eine gute Wissensbasis rund um das Thema Gesundheit gelegt werden. 

Gesundheit im Klassenzimmer
Auch was das sperrige Wort „Prävention“ bedeutet, konnten die Schülerinnen und Schüler erklären: „Wenn mir der Arzt sagt, wo ich aufpassen soll, dann kann ich selber schauen, dass ich erst gar nicht krank werde“. Spielerisch ist das Zauberwort bei Med4School-Die Gesundheitsdrehscheibe, denn den Kindern wird das Wissen um die eigene Gesundheit, das heimische Gesundheitssystem und wie man sich darin zurechtfindet, mit Humor und Freude vermittelt. Die Volksschule Salvator-Kaisermühlen hatte mit sieben Klassen am Projekt teilgenommen. Durch das Projekt, das das Thema Gesundheit in die Klassenzimmer bringt, erwerben und erweitern Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines interdisziplinären Projektunterrichtes allgemeine Kompetenzen im Bereich der Gesundheit, können diese in unterschiedlichsten Situationen anwenden und so Handlungs- und Entscheidungsspielräume erweitern und verbessern. 

„Österreich verfügt über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Doch manches ist aus dem Gleichgewicht geraten – das gilt es jetzt gezielt zu korrigieren.“