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Aufruf zur Vorsorge

„Mit dem Zeigefinger funktioniert das nicht“

Autorin, Moderatorin und Schauspielerin Chris Lohner tut es – sie geht regelmäßig zum Darm-Check-up. Warum sie das breite Publikum für das Thema Darmkrebsvorsorge begeistern möchte, erzählt sie im Interview.

Elisa Cavalieri
Auf dem Bild ist Chris Lohner zu sehen. Sie sitzt und blickt direkt in die Kamera. Ihre rechte Hand stützt ihre rechte Wange. Ihr Ausdruck wirkt freundlich und aufmerksam. Der Hintergrund ist neutral und lenkt nicht von der Person ab.
Chris Lohner „Gerade bei einem so sensiblen Thema ist es wichtig, ehrlich und authentisch aufzutreten.“
(c) Inge Prader

Ärzt*in für Wien: Was war Ihre Motivation, bei der Darmkrebs-Awareness-Kampagne mitzumachen? 
Lohner: Das hat durchaus persönliche Gründe. Ich selbst habe vor zehn Jahren eine Divertikulitis bekommen und bin sehr dahinter, dass man das unter Kontrolle hält. Außerdem interessiert mich das Thema Darm einfach sehr. Schon die alten Griechen haben gesagt: „Der Tod sitzt im Darm“. Jede und jeder sollte sich mit der eigenen Darmgesundheit auseinandersetzen, denn Darmerkrankungen können nicht nur die Lebensqualität massiv beeinträchtigen, sondern im schlimmsten Fall tödlich enden. 

Ärzt*in für Wien: In der Kampagne machen Sie sich neben anderen bekannten Persönlichkeiten für die Vorsorgekoloskopie stark – auf eine sehr authentische und auch humorvolle Art und Weise. Inwiefern kann es helfen, wenn Prominente so ein Thema transportieren? 
Lohner: Wir stehen alle in der Öffentlichkeit und sind damit auch Meinungsmacherinnen und Meinungsmacher – damit wiederum geht Hand in Hand, dass man eine gewisse Verantwortung trägt, welche Botschaften man nach außen vermittelt. Gerade bei einem so sensiblen Thema ist es wichtig, ehrlich und authentisch aufzutreten. Wenn ich nicht hundertprozentig der Überzeugung wäre, dass die Vorsorgekoloskopie Leben retten kann und dass man die Leute dafür stärker sensibilisieren muss, hätte ich bei der Kampagne nicht mitgemacht. Authentizität ist der Schlüssel, sonst kauft es einem ja niemand ab. Und Humor ist nach der Liebe ohnehin das Wichtigste im Leben. Mit Humor kann man alles transportieren – mit dem Zeigefinger funktioniert das nicht. 

Ärzt*in für Wien: Wie halten Sie es persönlich mit der Gesundheitsvorsorge? 
Lohner: Schauen Sie, ich bin 82 Jahre alt. In dem Alter ist es normal, dass gesundheitliche Baustellen auftreten, und mir ist wichtig, mich so rasch wie möglich darum zu kümmern. Unangenehme Dinge auf die lange Bank zu schieben bringt nichts, darunter leidet nur die Lebensqualität. Insofern muss ich schon sagen, mir ist Vorsorge wichtig und ich kümmere mich um meine Gesundheit – für mich.

Ärzt*in für Wien: Hat Gesundheitsvorsorge Ihrer Meinung nach den Stellenwert, den sie verdient?
Lohner: Vielleicht müsste man Gesundheitsvorsorge attraktiver machen, aber die Angebote, die niederschwellig bestehen, sollten die Leute meiner Meinung nach annehmen und nutzen. Man hat doch nur einen Körper, und wenn man dazu in der Lage ist, ist es doch naheliegend, sich gut um ihn zu kümmern und nicht erst dann, wenn Beschwerden auftreten – dann ist es vielleicht schon zu spät.

„Man hat nur einen Körper, und wenn man dazu in der Lage ist, ist es doch naheliegend, sich gut um ihn zu kümmern.“